Wer schon mal in Hörweite des Schwarzen Meeres in eine Hochzeitsfeier geraten ist, kann vielleicht erahnen, was den Hörer unter diesem Motto erwartet: Die 14 Tracks von „Balkanblues & Kaukabilly" bieten energiegeladenes, hypnotisierendes Zusammenspiel, swingende Purzelbaum-Grooves und Melodien zum Dahinschmelzen schön. Eine aufregende Mixtur, die JEREWAN da aus der Volks- und Tanzmusik Südosteuropas baut.
Dabei nimmt die Band es mit der Tradition so genau, wie es die Spielfreude jeweils gebietet. Auch die gute alte Schulgeographie muß dran glauben: Während die bulgarischen Rhodopen mitten in Texas liegen („Triti Puti", Track 2), befindet sich das alte Istanbul plötzlich nicht mehr am Bosporus, sondern zwischen Hudson und East River („Rakkas", Track 14). Schön, daß JEREWANs Art des „Crossover" dabei ebenso unkonventionell wie sensibel ist. Mit unglaublicher Energie und Leichtigkeit stellen sie die wild verwobenen Pulse der Balkanmusik auf die Tanzbeine.
JEREWAN wurde im Herbst 1995 in Berlin von früheren Mitgliedern der Bands Apparatschik und Caval gegründet. Das damalige Trio wuchs schnell zu einem quirligen Quintett an, das sich durch die Berliner Clubs spielte. 1997 erschien ihr CD-Debut "Out of Oro".
JEREWAN eroberte sich auch die Clubs und Festivalbühnen außerhalb ihrer Heimatstadt und wurde zum regelmäßigen Gast u. a. von SFB4 Multikulti und Deutschlandradio. In dieser Zeit kam die heutige Besetzung der Band zustande: Franka Lampe an Akkordeon und Gesang, Carsten Schelp mit elektrischer Gitarre, Mandola und Gesang, Jan Hermerschmidt mit Bb- und G-Klarinette, am Kontrabaß Walter Schütz (neben Franka Lampe ein Gründungsmitglied) und schließlich Harald Christoph Thiemann am Schlagzeug. Alle Mitglieder haben sehr unterschiedliche und eigenwillige musikalische Biographien. Sie verhehlen durchaus nicht ihre Beschlagenheit in Blues, Jazz, Klassik, Folk oder Funk und verstehen es dabei meisterhaft, die Balkan-Musik zum gemeinsamen Hexenkessel ihres Potentials zu machen.